Naturhaar

Naturhaardecken wie z. B. Kaschmir, Schurwolle oder Kamelhaardecken besitzen ausgezeichnete klimaregulierende und temperaturausgleichend Eigenschaften die sowohl für kalte Winternächte und auch für warme Sommernächte geeignet sind. Die Haupteigenschaft von Wolle und Naturhaar ist dass sie bis zu 33 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit speichern, ohne sich feucht anzufühlen. Naturhaare und Wolle eignen sich deshalb besonders gut für einen angenehmen Schlaf, da es aufgrund der Atmungs-Aktivität zu keinem übermäßigen Schwitzen kommt. Ein weiterer positiver Effekt ist der natürliche Restfettgehalt von Wolle und Naturhaar der auf natürliche Weise gegen Schmutz wirkt. Wolle und Naturhaare neutralisieren zudem Körperschweiß und Säure. Naturhaardecken reinigen sich indem man diese über Nacht bei hoher Luftfeuchtigkeit aushängen. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Eigenschaften der einzelnen Naturhaare vor.


Schurwolle

Als Schurwolle wird die aus dem weichen Fell lebender Schafe gewonnene Textilfaser bezeichnet. Mit dem Begriff der Schurwolle wird in der Regel die aus dem Deckkleid des Hausschafes gewonnene Wolle genannt. Wegen seinen positiven Eigenschaften wird Schurwolle gerne als Füllmaterial in Bettdecken eingesetzt. Sie ist schmutzabweisend, selbstreinigend, schwer entflammbar und hat hervorragende wärmeregulierende Eigenschaften. Da die Fasern der Schurwolle gekräuselt sind, können sie Luft gut einschließen und wirken dementsprechend atmungsaktiv und temperaturausgleichend, ganz gleich ob gewärmt oder gekühlt werden soll. Durch die besondere Struktur der Haare ist Schafschurwolle außerdem in der Lage bis zu 30 % des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufzunehmen ohne sich Klamm anzufühlen und gibt die Feuchtigkeit rasch an die Umgebungsluft ab. Schurwolle hat wegen ihrer schuppenartigen Oberflächenstruktur die Fähigkeit zur Selbstreinigung. Durch Bewegung reibt sich der Schmutz aus der Faser. Die Fähigkeit der Flüssigkeitsbindung verhindert elektrostatische Aufladung; dadurch dringt Schmutz nicht tief ein und ist leicht entfernbar. Schurwolle sollte, wenn nötig, immer von Hand gewaschen werden. Aufgenommene Gerüche (z.B. Schweiß) werden wieder abgesondert und die Wolle riecht nach einer Nacht Lüften in feuchter Luft wieder neutral und frisch.


Kamelhaar

Kamelhaar wird aus dem weichen Fell des Kamels gewonnen und wird hauptsächlich zur Herstellung von Bettdecken und Kissen verwendet. Kamelhaar ist leicht, weich und wirkt temperatur- und feuchtigkeitsregulierend. Kamelhaardecken wirken atmungsaktiv, sind für die kalten und für die warmen Jahreszeiten ideal geeignet und schmiegen sich sanft an die Haut an. Durch den natürlichen Feuchtigkeitstransport und das gute Wärmemanagement eignet sich eine Kamelhaardecke auch ideal als Sommerdecke. Die Feuchtigkeit wird schnell wieder an die Luft abgegeben. Mit Kamelhaar wird in der Textilbranche meist das weiche Unterhaar von Kamelen bezeichnet, das jedes Jahr, saisonal bedingt, von den Tieren abgeworfen wird. Es wird also nicht gerupft und im seltensten Fall geschoren. Stattdessen wird die Kamelhaar-Wolle von Sammlern in China, der Mongolei und Teilen Afrikas geborgen, anschließend ausgekämmt und gereinigt. Als besonders exklusiv gilt das Unterfell der Jungtiere. Da der jährliche Ertrag von Kamelflaumhaar pro Tier nicht sehr hoch ist, zählt es zu den kostbareren Garnen, was sich natürlich auch im Preis der Produkte, die Kamelhaare beinhalten, niederschlägt. Aus diesem Grund wird es auch gerne als Mischgewebe, zum Beispiel in Verbindung mit Schurwolle oder Kaschmir, verarbeitet. Die Fasern von Kamelhaar zeichnen sich durch eine exzellente Temperaturregulierung und ihr hervorragendes Feuchtigkeitsmanagement aus. Dies kann durch den hohlen Aufbau und die glatte Oberfläche der Fasern begründet werden. Deshalb eignen Sie sich, neben der Verwendung für Kleidung, auch hervorragend für den Bereich Bettwaren. Nicht nur Personen, die leicht frieren, profitieren von den vorteilhaften Klimaeigenschaften der Kamelhaardecken. Da das Fell dieser Tiere extreme Temperaturschwankungen ausgleichen kann, ist es auch bestens geeignet für Menschen, denen im Schlaf schnell warm wird oder die zu Nachtschweiß neigen. Bei Kamelhaar Bettdecken kann das Wärmeaufkommen gut über die Füllmenge reguliert werden.


Kaschmir

Die Kaschmirziege ist eine Art Hausziege mit langer, feiner Unterwolle. Die schlappohrige und gehörnte Ziege in den Farbschlägen grau, weiß, schwarz und braun kommt hauptsächlich im Himalaya und Pamir sowie deren Randgebiete vor. Die Wolle der Kaschmirziege ist deutlich feiner als die dünnste Schafwolle und gehört zu den feinsten Tierhaaren überhaupt. Die Wolle der Kaschmirziege wirkt sehr gut klimaregulierend und sorgt damit für ein angenehmes, trockenes Schlafklima. Kaschmirwolle wird jeweils zum Winterende durch Entkämmen des Unterfells der Kaschmirziege gewonnen. Pro Tier werden ca. 150 Gramm gewonnen. Die Kaschmir Wolle ist eine der wertvollsten und teuersten Naturtextilien. Die wichtigsten Erzeugerländer sind China und die Mongolei. Kaschmir Decken sind besonders für Menschen mit einem hohen Wärmebedarf geeignet. Aufgrund seiner Feinheit bietet dieses Material eine besonders gute Isolation kombiniert mit bester Feuchtigkeitsaufnahme. Bettdecken aus Kaschmir erzeugen ein kaum zu übertreffendes Bettklima, trocken und warm, leicht, sehr weich und anschmiegsam. Grundsätzlich gilt, dass Naturhaardecken wie Kaschmirdecken nicht waschbar sind. Am besten lüftet man die wertvolle Kaschmirdecke einfach an der frischen Luft. Tierhaare haben von Natur aus hervorragende selbstreinigende Eigenschaften.